Donnerstag, 28. Februar 2013

Silben schreiben... mit Überraschungen!



Meine Kinder haben mit Hilfe dieser Tabelle Silben schreiben geübt. Das wäre an und für sich ja nichts Besonderes, aber.... meine Erstklässlerin hat diese Arbeitsblätter als Hausaufgabe mitbekommen, damit sie den verpassten Unterricht nacharbeiten kann. Ich dachte mir, ich drucke das Ganze besser gleich drei Mal aus - ich kenne ja meine Kinder ;-) Ich zeigte die Blätter eher beiläufig meinem Großen, der in die zweite Klasse geht. Er mag im Moment nicht schreiben, dafür liest er mit Hingabe. Er nahm es mir gleich aus der Hand und  fing an zu schreiben. Meine Mittlere, für die es eigentlich gedacht war, kam dazu und wollte es auch machen. Unser Nesthäkchen, was noch eine ganze Weile Kindergarten vor sich hat, setzte sich daneben, nahm sich das letzte freie Exemplar, einen Stift und schrieb - ohne dass ich ihr irgendetwas erklärt hätte - die komplette Tabelle fehlerfreier Silben in sauberster Druckschrift. Der Unterschied war letzten Endes nur das Tempo. Das zeigt sehr eindrucksvoll, wie wichtig es ist, in allererster Linie die inneren, ganz eigenen "Lehrpläne" seiner  Kinder zu erkennen und ohne Wertung zu respektieren!


"Der Herr sieht nicht so sehr auf die Größe der Werke,
als auf die Liebe, mit der sie getan werden."
Theresa von Avila

Dienstag, 26. Februar 2013

Kinder brauchen Kunst


Wir sind in den letzten Wochen immer mal wieder Leonardo da Vinci begegnet, erstmals im Zusammenhang mit dem Hermelin und später dann mit dem Vitruv-Mann auf der italienischen 1-Euro-Münze. Ich habe aus der Bibliothek ein schönes Buch ausgeliehen: "Leonardo da Vinci für Kinder" von Rudolf Herfurtner aus dem Annette Betz Verlag. Es ist sehr nett geschrieben. Man fühlt sich, als würde man neben dem Universalgenie in der Werkstatt stehen. Den Kinder gefällt das Buch so gut - sowohl der Text als auch da Vincis Gemälde - dass sie es immer wieder und wieder vorgelesen bekommen und anschauen möchten. Daran spürt man, dass Kinder sehr wohl ein sensibles ästhetisches Empfinden haben - sie sind von den Gemälden großer Meister fasziniert, sie haben einen ganz besonderen Zauber. Ich habe in einem Begleitheft zu einer Kinderoper einmal ein Interview mit einem Theaterpädagogen gelesen, der sagte, dass Kinder sehr wohl ernst genommen werden möchten. Sie brauchten keine albernen Geschichten und Comic-Bilder, sondern echte Kunst. Ich finde, er hat Recht. So kann ich es jedenfalls an meinen Kindern beobachten. Probiert es selbst aus! Mein Sohn hat inzwischen auch die technischen Zeichnungen entdeckt, von denen da Vinci ja große Mengen gezeichnet hat. Er ist völlig fasziniert davon.

Donnerstag, 21. Februar 2013

Lesen lernen - Lesen üben


Mein Sohn hat sich bisher nicht sehr für das Lesen begeistern können. Woran lag das? An den "Erstleserbüchern", die ihm irgendwie fremd vorkamen? An seiner Vorliebe für Technik? Vielleicht einfach daran, dass er sich den Zeitpunkt selber wählen muss, an dem er sich ans Lesen gibt. Dieser Zeitpunkt war jetzt gekommen. Ich hatte darüber berichtet, wie wir unsere eigenen Erstleserbücher gestaltet haben, mit Texten, die wir sehr mögen. Bislang hat er höchstens zwei Sätze gelesen, danach ging nichts mehr. Jetzt setzte er sich an "sein Buch" und las und las. Er hat das komplette erste Bullerbü-Kapitel mit nur einer Pause gelesen. Einfach so, in einem durch. Ohne jegliches Üben! Es ist in der Zeit, in der er sich nicht mit Lesen beschäftigt hat, etwas im Verborgenen gereift, was ihn nun dazu befähigt hat, den Text zu bewältigen. Es war kein Üben nötig, sondern Reifen. Gebt Euren Kindern Ruhe und Zeit, sie suchen sich den richtigen Zeitpunkt und die richtige Herausforderung! Das Einüben und Automatisieren dieser neu entdeckten Fertigkeit ist jetzt erst an der Reihe - jetzt erst, wenn mein Kind die Freude daran selber entdeckt hat! Es gibt ein schönes Sprichtwort: "Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht."

Meine Mittlere hat es wiederum anders gemacht. Sie hat sich das Lesen ganz klammheimlich und nebenbei selbst beigebracht. Eines Tages nahm sie sich das Erstleserbuch ihres großen Bruders und las darin, noch bevor er es tat und bevor sie es in der Schule gelernt hat. Für mich ist es nicht wichtig, wer zuerst am besten liest, sondern dass meine Kinder nach ihrem inneren Plan lernen können. Ans Ziel kommen sie alle - auf ihren ganz eigenen Wegen.

Mittwoch, 20. Februar 2013

Übertragbares Wissen

Heute hat mein Großer mir wieder eindrucksvoll bewiesen, dass Wissen, das die Kinder sich aus eigenem Interesse und Antrieb angeeignet haben, auch in völlig anderen Zusammenhängen verfügbar ist. In der konkreten Situation sah das so aus: Wir haben uns vor einiger Zeit ein klein wenig mit Leonardo da Vinci beschäftigt (siehe dazu leonardo-da-vinci-und-das-hermelin.html). Heute kam er mit einer Ein-Euro-Münze in der Hand angelaufen und sagte: "Guck mal Mama, da hinten ist ein Bild von Leonardo da Vinci drauf". Er hat den Vitruv-Menschen als da Vincis Werk erkannt - außerhalb des Bildbandes!
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